Sanitätsdienst Weihnachtsmarkt: Das müssen Sie planen
Glühwein, Gedränge, Glätte und Kälte: Welche Notfälle auf Weihnachtsmärkten typisch sind und was Veranstalter beim Sanitätsdienst in Berlin vorab klären sollten.

Ein Weihnachtsmarkt ist medizinisch ein Dauerlauf: Er läuft oft mehrere Wochen, jeden Tag viele Stunden, meist bei Kälte und in der Dämmerung, mit heißen Getränken, Alkohol, Kochstellen und dichten Besucherströmen. Wer einen Weihnachtsmarkt veranstaltet, sollte den Sanitätsdienst deshalb früh und für die gesamte Laufzeit planen, nicht erst kurz vor der Eröffnung. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Notfälle typisch sind, was Behörden von Ihnen erwarten und worauf es bei der Auswahl Ihres Sanitätsdienstes ankommt.
Warum ein Weihnachtsmarkt anders ist als ein Festival
Ein Festival hat einen klaren Anfang und ein klares Ende. Ein Weihnachtsmarkt wechselt dagegen ständig zwischen ruhigen Vormittagen und vollen Abenden, mit Spitzen am Wochenende und vor den Feiertagen. Dazu kommen Besonderheiten, die bei der Planung leicht untergehen:
- Lange Laufzeit: Der Sanitätsdienst muss über Wochen verlässlich besetzt sein, auch an Werktagen und bei schlechtem Wetter.
- Gemischtes Publikum: Kinder, Familien, Touristengruppen und ältere Menschen sind unterwegs, oft nur mit Zeit für einen kurzen Besuch und ohne Ortskenntnis.
- Enge Flächen: Buden, Fahrgeschäfte und Verkaufsstände lassen oft wenig Platz für Rettungswege und Behandlungsbereiche.
- Öffentlicher Raum: Der Markt ist meist frei zugänglich, die Besucherzahl lässt sich schwerer steuern als bei einer Veranstaltung mit Einlass.
Typische Notfälle auf dem Weihnachtsmarkt
Die meisten Einsätze sind unspektakulär, aber sie brauchen schnelle, ruhige und fachgerechte Hilfe. Auf Weihnachtsmärkten begegnen Sanitäter:innen vor allem diesen Lagen:
- Verbrennungen und Verbrühungen durch Glühwein, heiße Getränke, Fett und Grillstände
- Stürze auf nassem Pflaster, Eis, Kabeln und Stufen, besonders mit Alkohol im Blut
- Kreislaufprobleme und Schwindel durch Kälte, Gedränge, warme Zelte und den Wechsel zwischen drinnen und draußen
- Alkoholbedingte Notfälle am späten Nachmittag und Abend
- Unterkühlung, vor allem bei langen Aufenthalten oder hilflosen Personen
- Internistische Notfälle wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Atemnot oder Krampfanfälle
- Kinder mit Schnittverletzungen, Stürzen oder Verbrennungen, oft verbunden mit großer Aufregung der Eltern
Ein wichtiger Nebenaspekt ist die Verkehrssicherungspflicht von Veranstalter:innen und Standbetreiber:innen: Kabelstränge sichern, verschüttete Getränke beseitigen, Eis und Glätte kontrollieren und diese Kontrollen dokumentieren. Das reduziert Stürze und damit Einsätze. Vorsorge ersetzt den Sanitätsdienst nicht, entlastet ihn aber spürbar.
Was Behörden in Berlin erwarten
Der Sanitätsdienst gehört in Berlin nicht zum öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst. Nach dem Merkblatt der Berliner Feuerwehr stellen Veranstalter:innen ihn auf eigene Kosten sicher und beauftragen dafür Hilfsorganisationen, Privatunternehmen oder Vereine. Die Berliner Feuerwehr prüft Sanitätsdienstkonzepte und kann Auflagen zu Anzahl, Ausstattung und Qualifikation erteilen. Ab 500 zeitgleich Anwesenden ist ihre Zustimmung zum Konzept erforderlich. Das Bemessungsschema berücksichtigt außerdem besondere Risiken, zum Beispiel Brandrisiko, Wetter und Alkoholkonsum. Das trifft auf Weihnachtsmärkte häufig zu.
Prüfen Sie die aktuelle Fassung des Merkblatts immer direkt bei der Berliner Feuerwehr und stimmen Sie sich frühzeitig mit dem zuständigen Bezirksamt ab. Welche Auflagen für Ihren Markt gelten, hängt vom Einzelfall ab. Mehr dazu, wie Sie das Schema nutzen, lesen Sie in unserem Beitrag zum Sanitätsdienst ab 500 Besuchern und im Ratgeber zum Sanitätsdienstkonzept in Berlin. Eine erste Einschätzung bekommen Sie mit unserem Rechner nach dem Berliner Bemessungsschema.
Sicherheitskonzept und Sanitätsdienst gehören zusammen
Seit den Anschlägen auf Weihnachtsmärkte gelten Zufahrtsschutz, abgestimmte Rettungswege und klare Entscheidungswege im Krisenfall als feste Bestandteile von Sicherheitskonzepten. Der Sanitätsdienst ist dabei Teil des Ganzen und kein Zusatz. Klären Sie gemeinsam mit Security, Polizei, Feuerwehr und Standortverantwortlichen:
- Wo verlaufen die Rettungswege, und bleiben sie auch bei Absperrungen, Lieferverkehr und Stoßzeiten frei?
- Wo steht die Unfallhilfsstelle, und kommt ein Rettungswagen dort ungehindert hin?
- Wie erreichen Gäste, Standbetreiber:innen und Security den Sanitätsdienst schnell?
- Wer entscheidet bei einer Großschadenslage oder Räumung, und wer informiert die Gäste?
- Wie werden Einsätze dokumentiert, und wer bekommt die Auswertung?
Worauf es bei der Auswahl des Sanitätsdienstes ankommt
Ein Weihnachtsmarkt braucht Verlässlichkeit über Wochen. Achten Sie bei der Auswahl auf diese Punkte:
- Konzept statt Pauschalangebot: Besucherzahl, Fläche, Öffnungszeiten, Alkoholausschank, Wetter und Wochentage fließen in die Planung ein.
- Qualifiziertes Personal: Sanitäter:innen und Rettungssanitäter:innen, bei Bedarf mit Notärzt:innen oder Ärzt:innen.
- Mobile Streifen und feste Station: Auf einem Markt entstehen Notfälle mitten im Gedränge. Fußstreifen sind dort oft schneller als jede Anfahrt.
- Abstimmung mit allen Beteiligten: Security, Standbetreiber:innen, Bezirksamt, Polizei und Feuerwehr.
- Digitale Dokumentation: Wir dokumentieren per iPad, rechtssicher und datenschutzkonform. So haben Sie nach dem Markt eine belastbare Auswertung.
- Planbare Kosten: Fragen Sie vorab nach dem Umfang. Wie sich die Kosten zusammensetzen, haben wir im Ratgeber Kostenplanung für den Sanitätsdienst beschrieben, Informationen finden Sie auch auf unserer Preisseite.
Unsere Erfahrung auf Märkten und Stadtfesten
Wir sichern in Berlin und Brandenburg Konzerte, Clubnächte, Firmenfeiern und öffentliche Veranstaltungen ab. In diesem Winter übernehmen wir im Auftrag der C. Blume Vergnügungsbetriebe GmbH die sanitätsdienstliche Absicherung des Weihnachtsmarkts am Alexanderplatz, von Mitte November bis kurz nach Weihnachten. Mehr zu unseren Leistungen für Stadtfeste, Märkte und Kundgebungen finden Sie auf der Seite Öffentliche Veranstaltungen.
Checkliste: Das sollten Sie jetzt klären
- Laufzeit, Öffnungszeiten und erwartete Spitzentage festlegen
- Sicherheitskonzept und Sanitätsdienstkonzept gemeinsam planen
- Auflagen von Bezirksamt und Berliner Feuerwehr früh erfragen
- Rettungswege und Standort der Unfallhilfsstelle prüfen
- Standbetreiber:innen zu Kabeln, Glätte und Brandschutz briefen
- Meldewege zwischen Security, Marktleitung und Sanitätsdienst festlegen
- Sanitätsdienst rechtzeitig vor der Eröffnung beauftragen
Fazit
Ein Weihnachtsmarkt lebt von Atmosphäre. Damit sie nicht von einem vermeidbaren Notfall getrübt wird, braucht es einen Sanitätsdienst, der zur Laufzeit, zur Fläche und zu den Risiken passt. Je früher Sie planen, desto einfacher werden Abstimmung und Genehmigung. Wir beraten Sie gern, erstellen Ihnen ein passendes Konzept und stehen im Einsatz an Ihrer Seite. Senden Sie uns einfach Ihre Anfrage mit Termin, Ort und erwarteten Besucherzahlen.
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