Ratgeber · 2 Min. Lesezeit

Open Air im Sommer: Wie Hitze und Wetter den Sanitätsdienst verändern

Hitze, Gewitter und Starkregen machen Open Airs medizinisch anspruchsvoll. Welche Risiken entstehen und was Veranstalter vorab prüfen sollten.

Zwei Sanitäter mit Notfallrucksack, im Hintergrund der Berliner Fernsehturm

Sommerliche Open Airs wirken unkompliziert, sind medizinisch aber oft anspruchsvoller als Veranstaltungen in einer Halle. Hitze, direkte Sonne, lange Wartezeiten, Alkohol, Staub, unebene Wege und plötzliche Wetterwechsel machen aus kleinen Beschwerden schnell echte Einsätze. Planen Sie den Sanitätsdienst deshalb nach den realen Bedingungen auf der Fläche, nicht nur nach der Besucherzahl. 800 Gäste bei 22 Grad sind etwas anderes als 800 Gäste bei 34 Grad, stehender Luft und kaum Schatten.

Hitze ist ein medizinisches Risiko

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starker Wärmebelastung, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag über etwa 32 Grad liegt und es nachts kaum abkühlt. Bei mehr als 38 Grad gefühlter Temperatur spricht er von extremer Wärmebelastung. Mögliche Folgen:

  • Kreislaufprobleme und Dehydrierung
  • Sonnenstich und Hitzekollaps
  • Erschöpfung, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel
  • Verschlechterung bestehender Erkrankungen

Besonders kritisch wird es bei langem Stehen, wenig Trinken, Alkohol und Gedränge auf Asphalt, auf engen Flächen oder vor der Bühne.

Diese Fragen sollten Sie vorab klären

  1. Gibt es genug Schatten?
  2. Sind Trinkwasserstellen sichtbar und erreichbar?
  3. Wo stehen Gäste in der Sonne Schlange?
  4. Gibt es ruhige Bereiche für erschöpfte Personen?
  5. Wie kommen Sanitätskräfte durch das Publikum?
  6. Sind die Rettungswege auch bei Regen und Matsch nutzbar?
  7. Gibt es einen Plan für Gewitter, Sturm und Starkregen?
  8. Wie informieren Sie Ihre Gäste über Hitze, Wasser und Schutz?

Das betrifft nicht nur den Sanitätsdienst, sondern auch Veranstaltungsleitung, Security, Technik, Gastronomie und Location.

Was sich bei Hitze praktisch ändert

Kreislaufprobleme entstehen oft mitten im Publikum. Mobile Fußstreifen werden deshalb wichtiger. Dazu braucht es einen Ort, an dem Betroffene sitzen oder liegen, trinken und aus der Sonne kommen können. Bewährt haben sich:

  • Fußstreifen in Wartebereichen, vor Bühnen und an Engstellen
  • eine feste Unfallhilfsstelle mit Schatten und Ruhe
  • Wasser und Kühlung rund um den Sanitätsbereich
  • kurze Meldewege zwischen Security und Sanitätsdienst
  • ein fester Übergabepunkt für den Rettungsdienst

Bei größeren Open Airs lohnt sich die Frage, ob ein Krankentransportwagen als zusätzlicher Behandlungsplatz sinnvoll ist.

Wetterwechsel mitplanen

Gewitter, Starkregen und Wind verändern die Lage innerhalb von Minuten. Dann drohen Stürze auf nassem Boden, Unterkühlung nach Regen, Panik auf engen Flächen, Schnittverletzungen an beschädigten Aufbauten und Probleme bei einer Räumung. Klären Sie vorab: Wer entscheidet über Unterbrechung oder Räumung? Wo sind sichere Sammelbereiche? Welche Wege bleiben bei Regen befahrbar? Wie wird das Publikum informiert, und wie unterstützen Sie Menschen mit eingeschränkter Mobilität? Im Ernstfall ist für Grundsatzdiskussionen keine Zeit.

Gäste früh informieren

Gute Planung beginnt vor dem ersten Notfall. Klare Hinweise vermeiden viele Einsätze:

  • regelmäßig Wasser trinken
  • Schattenbereiche nutzen
  • bei Schwindel oder Übelkeit früh das Team ansprechen
  • wo die Sanitätsstelle ist
  • Rettungswege freihalten

Fazit

Hitze, Gewitter und lange Wege lassen sich nicht wegorganisieren, aber gut vorbereiten. Wir unterstützen Sie in Berlin und Brandenburg bei der Planung von Open Airs, Stadtfesten, Festivals und Sommerveranstaltungen.

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Geschrieben von

Anthony M. Jurisch

Gründer und Geschäftsführer von SKALA Paramedics. Plant Sanitätsdienste für Clubs, Festivals, Sport und Firmenevents in Berlin und Brandenburg.

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