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Sanitätsdienst - worauf muss ich bei der Buchung achten?

Dieser Beitrag wurde gänzlich ohne KI verfasst.


Wenn der Einsatz eines Sanitätsdienst gewünscht und/oder erforderlich ist, kommen einen viele Fragen in den Kopf. Wo finde ich einen guten Anbieter? Wer braucht überhaupt einen Sanitätsdienst? Was muss ich bei der Anfrage beachten? Wie viele Einsatzkräfte brauche ich? Wann muss ich die Buchung tätigen? Und vieles mehr… In diesem Beitrag erläutern wir näher, auf was es bei der Beauftragung eines Sanitätsdienst für Veranstaltungen ankommt und beantworten häufig gestellte Fragen.


Rechtliche Anforderungen

In erster Linie sollte geklärt werden, ob überhaupt ein Sanitätsdienst für die geplante Veranstaltung benötigt wird. Eine Pflicht zur Beauftragung eines Sanitätsdienst kann unter anderem bestehen, wenn die Veranstaltung eine Gewisse Größe (i.d.R. Besucherzahlen) übersteigt oder ein erhöhtes Risiko (z.B. Kampfveranstaltungen) besteht. Häufig gibt es rechtliche Grundlagen, welche die Beauftragung eines geeigneten Sanitätsdienstes bieten.


Neben direkten rechtlichen Anforderungen, kann es auch indirekte Richtlinien geben, welche den Einsatz von Sanitätern verpflichtend machen. Hier geht es vor allem um Fragen rund um den Versicherungsschutz. Vor allem im Sportbereich kann es sein, dass ein Versicherungsschutz von Spielerinnen und Spielern nur besteht, wenn objektiv alle Vorgaben zum Spielablauf erfüllt werden.


Zusätzlich kommt noch die Haftungsfrage ins Spiel. Ohne eine ausreichende medizinische Versorgung durch professionelle Einsatzkräfte, kann es sein, dass ein Veranstalter im Schadensfall haftbar gemacht werden kann. Auch hier kann ein lückenhafter oder fehlender Sanitätsdienst zu Problemen führen.


Risikobewertung & Bedarfsermittlung

In erster Linie muss eine Einschätzung des tatsächlichen Gefahrenpotenzials stattfinden. Dabei muss vor allem die Art der Veranstaltung (z.B. Festival, Sportevent, etc.), die Zielgruppe, der Alkoholkonsum, die Wetterlage und vieles mehr berücksichtigt werden. Alle diese Faktoren sind entscheidend dafür, wie viel potenzielle Vorfälle stattfinden können.


Auch die Teilnehmerzahl sollte - logischerweise - berücksichtigt werden. Je mehr Menschen an einer Veranstaltung teilnehmen, desto höher ist der Bedarf an Einsatzkräften. Dies ist notwendig, da mit einem erhöhten Menschenaufkommen auch mit einem erhöhten Einsatzaufkommen zu rechnen ist. Grundsätzlich sollte eine Betreuung im Verhältnis von 2:1 (Einsatzkräfte : Patienten) stattfinden, wobei zusätzliche Personalreserven bestehen sollten.


Im Fall von mehrtägigen Veranstaltungen kann auch eine 24-Stunden-Versorgung notwendig sein. Gerade wenn es neben der Hauptveranstaltung noch einen Auf- & Abbau gibt, kann es sich anbieten, auch zu dieser Zeit die eingesetzten Personen medizinisch absichern zu lassen.


Um insgesamt eine erste Einschätzung vorzunehmen, empfiehlt sich die Verwendung des sogenannten Maurer-Schemas. Ein entsprechendes Online-Tool, findet sich beispielsweise hier: https://www.hiorg-server.de/maurer.php


Auswahl eines geeigneten Sanitätsdienstes

Es gibt viele verschiedene Anbieter von sanitätsdienstlichen Leistungen. Hierbei kommt es auf die richtige Wahl des besten Anbieters an. Gerade für frische Veranstalterinnen und Veranstalter kann die Masse an Optionen häufig überfordernd wirken.


Neben den allseits bekannten Hilfsorganisationen (z.B. Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund, etc.) gibt es auch diverse private Anbieter von Sanitätsdiensten. Hilfsorganisationen weisen häufig eine hohe Erfahrung  und Standardisierung auf. Bei ihnen herrschen bewährte Abläufe und häufige Einsätze. Zeitgleich führt dies jedoch dazu, dass auch nur eine geringe Flexibilität herrscht - gerade die organisatorischen Strukturen entsprechender Vereine verkomplizieren einige Einsatzszenarien drastisch. Gleichzeitig kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Hilfsorganisationen in der Regel die bessere Ausstattung vorweisen können. Dies liegt vor allem daran, dass diese nicht mit Gewinnabsicht handeln dürfen und dadurch mehr Umsatz reinvestiert wird. Außerdem können Hilfsorganisationen auf Einsatzmittel (z.B. Fahrzeuge, Equipment, etc.) aus dem Katastrophenschutz zurückgreifen und werden zusätzlich durch Spenden gefördert. Man sollte jedoch auch bedenken, dass es sich bei den Einsatzkräften grundsätzlich um Personen aus dem Ehrenamt handelt. Aus diesem Grund ist häufig zu erwarten, dass die eingesetzten Sanitäter nur unregelmäßig an Sanitätsdiensten teilnehmen und daher gegebenenfalls Wissen veraltet sein kann. Private Anbieter setzen hier auf hochqualifiziertes Personal, welches die Tätigkeit als Haupt- oder Nebenberuf ausführt und dadurch regelmäßige Einsatzerfahrung und Fortbildung erlebt.


Aber auch die Qualifikation der eingesetzten Kräfte spielt eine große Rolle. Häufig werden Einsatzkräfte einfach als „Rettungssanitäter“ bezeichnet - dies ist jedoch gänzlich falsch. Es gibt viele verschiedene Qualifikationsstufen, welche beim „Sanitäter“ anfangen und beim „Notfallsanitäter“ enden. Hier ist es wichtig, dass die korrekten Qualifikationen vorgehalten und eingesetzt werden. Alleine der Anbieter der Leistungen ist hierbei in der Pflicht, auch eine ausreichende Reserve für krankheitsbedingte Ausfälle, etc. bereitzuhalten. Ist dies nicht der Fall und kann dadurch nicht der gesamte Sanitätsdienst gestellt werden, kann es vorkommen, dass die Veranstaltung deshalb nicht stattfinden darf.


Neben den objektiven Eigenschaften, spielt jedoch auch die subjektive Ebene eine Rolle. Dabei ist ein wichtiger Aspekt, dass der Anbieter bereits Erfahrungen mit vergleichbaren Veranstaltungen gemacht hat. Dadurch kann sichergestellt werden, dass möglicherweise noch unentdeckte Schwachstellen behoben und Patienten optimal behandelt werden können.


Vertragliche und organisatorische Aspekte

Was von vornherein geklärt werden sollte: Die Kosten! Hierbei sollte es maximale Transparenz seitens des Anbieters geben. Im besten Fall liegen klare Angebote vor, welche im Detail Aufschlüsseln, welche Positionen welche Kosten verursachen. Das Augenmerk sollte dabei vor allem betrachten, ob Personalstunden korrekt und nach Qualifikation getrennt ausgewiesen werden. Auch Fahrzeuge und Material sollten - falls sie denn abgerechnet werden - gesondert und detailliert ausgewiesen sein.


Vor der Veranstaltung sollte ein klarer Leistungsvertrag abgeschlossen werden. In diesem muss geregelt sein, wer welche Verantwortlichkeiten übernimmt. Zudem muss feststehen, welche Einsatzzeiten für die Einsatzkräfte und gegebenenfalls Fahrzeuge gelten. Wichtig ist zudem eine klare Absprache von Meldewegen. Häufig kommt es vor, dass es am Tag der Veranstaltungen zu Rückfragen seitens des Sanitätsdienst oder Änderungswünschen vom Veranstalter kommt.


Insgesamt empfiehlt sich hier ein möglichst großer Planungsvorlauf und eine frühzeitige Beauftragung. Dies ermöglicht das Einholen möglichst vieler Angebote. Sobald durch den Veranstalter eine Entscheidung getroffen wurde, kann der Sanitätsdienstleister den Einsatz optimal personell und materiell planen. Ist die Vorlaufzeit zu kurz, kann es sein, dass nur ein eingeschränkter Sanitätsdienst angeboten werden kann.


Standort & Infrastruktur

Räumlichkeiten, welche der Versorgung von Verletzten oder Erkrankten dienen, sollten schnell als solche wahrgenommen werden können. Sie sind daher möglichst sichtbar und gut erreichbar zu positionieren. Ein Anbieter mit ausreichender Erfahrung erstellt hier ein professionelles Konzept.


Darüber hinaus sollten die Einsatzkräfte professionell, einheitlich und kenntlich gekleidet sein! Betroffenen und weiteren Besuchern wird so ein besonders professionelles Gefühl vermittelt - sie wissen dann, dass sie in besten Händen sind und Hilfe schnell erreichen können.


Dokumentation & Nachbereitung

In Deutschland besteht eine Pflicht, medizinische Handlungen schriftlich zu Dokumentieren und für mindestens 10 Jahre aufzubewahren. Diese Pflicht liegt alleine bei der behandelnden Instanz - somit als beim Sanitätsdienst. Um dieser Pflicht nachzukommen, kann dieser auf analoge Protokolle in Papierform zurückgreifen oder vollständig digital (z.B. unter Inanspruchnahme von iPads mit DSGVO-konformer Software) zurückgreifen.


Neben der Erforderlichkeit der Dokumentation von Einsätzen, kann diese auch dazu dienen, Einsätze organisiert nachzubereiten. In einer Feedbackrunde zwischen Veranstalter und Sanitätsdienst kann die Veranstaltung evaluiert werden. Darüber hinaus können, wenn es objektive Statistiken gibt, zukünftige Veranstaltungen optimiert werden.


Fazit

Die Beauftragung eines Sanitätsdienstes ist für Veranstalter mehr als nur ein einfaches Häkchen auf der Check-Liste. Insgesamt ist sie ein bedeutender Teil des ganzheitlichen Sicherheitskonzepts. Eine professionelle, frühzeitige und abgestimmte Planung kann nicht nur helfen Risiken zu minimieren, sondern kann auch notwendig sein, um behördliche Anforderungen zu erfüllen und die Sicherheit aller Teilnehmenden zu gewährleisten.


Gerne beraten wir, SKALA Paramedics, Sie weitergehend zur medizinischen Absicherung Ihrer eigenen Veranstaltung! Wir haben qualifizierte Einsatzleiter, welche für Sie eine individuelle Risikoanalyse und Sanitätsdienst-Konzept erstellen. Dank moderner Lösungen (z.B. Dokumentation per iPad), professionell ausgebildeten Einsatzkräften und viel Erfahrung, sind wir der ideale Ansprechpartner für Sie. Rufen Sie uns gerne jederzeit an: +49 30 57710642.

 
 
 

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